Eine Stammgäste-App für Clubs gibt es in zwei Bauarten, und der Vergleich entscheidet sich fast immer an einer einzigen Frage: Läuft das Tool auf deinem bestehenden Ticketing – oder ersetzt es dein Ticketing? Movent ist die Ebene, die auf jedem Verkaufsweg funktioniert. Guestastic und disco2app sind Komplettsysteme, die ihr eigenes Ticketing mitbringen. stammgast.app ist eine branchenübergreifende Stempelkarte ohne Event-Logik. Dieser Vergleich ordnet alle vier ehrlich ein – mit Preisen von den Preisseiten der Anbieter selbst, abgerufen am 21.08.2026, und mit den Grenzen von Movent zuerst.
Warum „ersetzen oder ergänzen?" die erste Frage ist
Viele Anbieter, die im Umfeld von Gästebindung für Clubs auftauchen, koppeln ihre Loyalty-Funktionen an ein Komplettsystem: neue Verkaufsstrecke, neue App, neuer Vertrag. Das kann die richtige Entscheidung sein – aber sie ist dann eine Ticketing-Entscheidung, keine Loyalty-Entscheidung. Und sie unterschätzt, wie zersplittert der Verkauf real ist: Als wir im August die Ticket-Links echter Frankfurter Clubnächte geöffnet haben, verkaufte ein einziges Haus seine Nächte über sieben verschiedene Ticket-Systeme (unsere Stichprobe, August 2026). Wer Stammgäste an eines davon kettet, sieht nur einen Bruchteil von ihnen. Wie ein Programm technisch auf einem fremden Ticketing aufsetzt, haben wir im Detail in Loyalty auf deinem bestehenden Ticketing beschrieben; hier geht es um die Auswahl zwischen den Tools.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
- Ersetzen oder ergänzen: Musst du dein Ticketing wechseln, damit das Programm läuft?
- Event-nativ oder branchenübergreifend: Kennt das Tool Events, Einlass und Türbetrieb – oder ist es eine Gastro-Stempelkarte im Club-Einsatz?
- Was es wirklich kostet: Grundgebühr plus Provision, zusammengerechnet auf dein Ticketvolumen.
- Wo der Punkt entsteht: Am Einlass-Scan, am NFC-Sticker, in der App? Die Punktquelle entscheidet, ob das Programm den echten Besuch misst oder nur Klicks.
- Belege statt Broschüre: Veröffentlicht der Anbieter gemessene Betriebswerte?
Die vier Stammgäste-Apps im Detail
Movent – erst die Grenzen
Fangen wir mit dem an, was Movent nicht hat: keinen Portal-Katalog wie die großen Ticketing-Häuser, keine fertige API-Anbindung an Eventim, ticket.io oder Weeztix – die Verbindung zu fremdem Ticketing läuft über zwei einfache Schritte statt über eine Integration. Und Punkte sammeln deine Gäste heute je Veranstalter; eine szeneübergreifende Ebene über mehrere Häuser hinweg ist geplant, aber nicht live.
Was Movent ist: die Loyalty-Ebene, die auf jedem Verkaufsweg funktioniert. Ein QR am Einlass oder eine Mail nach dem Event genügt – dein Gast meldet sich einmal an, das Event ist in Movents Admin angelegt, fertig. Der Einlass-Scan füttert das Programm: Punkte für echte Besuche, digitale Andenken, eine Gästeliste, die dir gehört. Die Betriebswerte dazu veröffentlichen wir selbst: 6.993 erfolgreiche Einlass-Scans mit 96,5 % Erfolgsquote, 8.214 verkaufte Tickets, über 240.000 € abgewickelter Umsatz (eigene Datenbank, Stand 17.08.2026). Preise: Starter 0 €, Growth 149 €, Scale 499 € pro Monat; verkaufst du über Movents eigenes Ticketing, zahlt der Käufer rund 6 % transparenten Aufschlag, wovon je nach Tarif 1–3 Prozentpunkte an Movent gehen – die Details stehen auf der Preisseite für Veranstalter.
Am besten für: unabhängige Clubs und Veranstalter, die ihr Ticketing behalten und trotzdem wissen wollen, wer wiederkommt.
Guestastic
Eine deutsche Nightlife-Plattform, die sich nach eigenen Worten an Großraum-Diskotheken, intime Clubs, Eventveranstalter und Bars richtet – und Gästebindung ernsthaft eingebaut hat: Memberclub, Punkte, Check-in, Gewinnspiele, Gutscheine, Gamification. Der Preis der Sache steht offen auf der eigenen Preisseite: Starter 0 €/Monat plus 15 % Plattformgebühr, Professional 499 €/Monat plus 10 %, Enterprise 799 €/Monat plus 0 % (jeweils zzgl. USt.; guestastic.com, abgerufen 21.08.2026). Der Haken für dieses Vergleichsthema: Guestastic bringt sein eigenes Ticketing mit und wirbt ausdrücklich damit, Gebühren von Drittanbietern loszuwerden – die Loyalty-Funktionen bekommst du also zusammen mit dem Systemwechsel, nicht einzeln.
Am besten für: Häuser, die bewusst alles aus einer Hand wollen – Ticketing, App, Loyalty – und den Wechsel nicht scheuen.
disco2app
Die White-Label-Antwort: disco2app baut deinem Club eine eigene App mit Tickets, Gästelisten, VIP-Verwaltung und Push-Nachrichten, nach eigenen Angaben im Einsatz bei über 100 Clubs in Deutschland. Ein Punkteprogramm im engeren Sinn führt die Preisseite nicht auf – Bindung entsteht hier über die eigene App im Store, Push-Kampagnen und Gästelisten-Funktionen. Die Haupttarife tragen keine öffentlichen Preise („auf Anfrage"); der Einstieg über das Web-Modul beginnt ab 249 €/Monat (disco2app.com/preise, abgerufen 21.08.2026). Auch hier gilt: Die App bringt ihre eigene Verkaufsstrecke mit, statt auf deiner bestehenden zu laufen.
Am besten für: Clubs, für die die eigene App im App Store das zentrale Bindungswerkzeug ist.
stammgast.app
Der Name verspricht genau unser Thema, die Herkunft ist eine andere: stammgast.app ist eine branchenübergreifende digitale Stempelkarte – NFC-Sticker am Tresen, Coupons, Push-Nachrichten, Besuchsdaten – mit Partnern von der Gastronomie über Sport bis zum Einzelhandel. Sie ist ehrlich als Ergänzung gebaut: Bestehende Abläufe und Systeme musst du nach Angaben des Anbieters in der Regel nicht ersetzen (stammgast.app, abgerufen 21.08.2026). Preise veröffentlicht die Website nicht; der Einstieg läuft über eine Partner-Anfrage. Was für Clubnächte fehlt, ist die Event-Logik: Die Website nennt weder Ticketing noch Einlass – die Verbindung zwischen Ticket, Tür und Punkt, um die es im Club geht, ist dort kein Thema. Warum eine Stempelkarte aus der Gastro im Club an ihre Grenzen kommt, steht ausführlich in der digitalen Stempelkarte für Clubs & Bars.
Am besten für: Bars und Cafés mit Laufkundschaft, die ohne Event-Betrieb Besuche belohnen wollen.
Und NightGuider?
Der strukturell interessanteste Verwandte ist gar kein Veranstalter-Tool: NightGuider ist eine App für Nachtschwärmer mit einer venue-übergreifenden Punktekarte, der sich Clubs anschließen (nightguider.de, abgerufen 21.08.2026). Du konfigurierst dort kein eigenes Programm – die Idee ist von der Fan-Seite gedacht. Beobachten, nicht einkaufen.
Das Fazit, Tool für Tool
- Movent ergänzt dein bestehendes Ticketing um eine event-native Loyalty-Ebene – ab 0 €/Monat, Punkte am echten Einlass.
- Guestastic ersetzt: ein Komplettsystem mit eingebauter Gästebindung, 0–799 €/Monat plus 0–15 % Plattformgebühr.
- disco2app bringt Eigenes mit: deine White-Label-App samt eigener Verkaufsstrecke, Bindung über App und Push – ein Punkteprogramm führt die Preisseite nicht auf. Preise überwiegend auf Anfrage.
- stammgast.app ergänzt: eine solide Stempelkarte – Ticketing und Einlass nennt die Website nicht; gebaut für Gastro, nicht für die Tür um 1 Uhr nachts.
Und der ehrliche Zusatz: Bist du mit deinem Ticketing ohnehin unzufrieden, dann vergleich zuerst die Verkaufsseite – dafür gibt es unseren Plattform-Vergleich – und wähl die Loyalty-Ebene danach. Ein Systemwechsel nur wegen eines Punkteprogramms ist die teuerste Art, an Punkte zu kommen.
FAQ zur Stammgäste-App im Club
Welches Tool eignet sich für ein Stammgäste-Programm im Club?
Das hängt an deinem Ticketing: Willst du es behalten, brauchst du eine Ebene, die darauf läuft – das ist Movents Bauart. Willst du ohnehin wechseln, liefern Guestastic oder disco2app Loyalty beziehungsweise App-Bindung gleich im Paket. Eine reine Stempelkarte wie stammgast.app passt, wenn dein Betrieb eher Bar als Eventbetrieb ist.
Muss ich für eine Stammgäste-App mein Ticketing wechseln?
Nein – aber bei vielen Anbietern faktisch doch: Guestastic und disco2app bringen ihre eigene Verkaufsstrecke mit. Movent und stammgast.app sind als Ergänzung gebaut; bei Movent entsteht der Punkt trotzdem am Event, weil Einlass-QR und Post-Event-Mail das Programm mit deiner realen Nacht verbinden.
Was kostet eine Stammgäste-App für Clubs?
Die veröffentlichten Spannen (Stand 21.08.2026): Movent Starter 0 €, Growth 149 €, Scale 499 € pro Monat. Guestastic 0 bis 799 €/Monat plus 0 bis 15 % Plattformgebühr. disco2app ab 249 €/Monat für das Web-Modul, Haupttarife auf Anfrage. stammgast.app nennt keine öffentlichen Preise. Rechne immer Grundgebühr plus Provision auf dein reales Ticketvolumen.
Brauche ich für Movent ein neues Ticketing?
Nein. Movent läuft als Ebene auf dem Verkaufsweg, den du schon hast – Gast anmelden, Event anlegen, zwei Minuten. Und falls du noch gar kein Ticketing hast, ist Movent zugleich die Eventim-Alternative für unabhängige Veranstalter: Verkauf, Einlass und Stammgäste-Programm aus einem System.
Funktioniert eine digitale Stempelkarte aus der Gastro auch im Club?
Die Mechanik ja, der Kontext nicht: Eine Karte, die auf Laufkundschaft am Tresen gebaut ist, kennt weder Tickets noch Einlass – im Clubbetrieb bleibt sie deshalb blind für die eine Information, die zählt: Wer war wirklich auf welcher Nacht da?
Woran erkenne ich, ob ein Loyalty-Tool wirklich für Events gebaut ist?
Stell drei Prüffragen: Entsteht der Punkt am Einlass, also am gemessenen Besuch? Kennt das System Events als Einheit – nicht nur Filialen? Und nennt dir der Anbieter eine gemessene Einlass-Quote? Bei Movent lautet sie 96,5 % über 6.993 Scans – frag jeden Anbieter auf deiner Liste nach seiner Zahl. Oder sprich kurz mit uns, wir rechnen es an deinem Betrieb durch.
Weiterlesen: Stammgäste-Programm für Clubs · Loyalty auf deinem bestehenden Ticketing · Der Ticketing-Plattform-Vergleich
