Frankfurt hat dem Techno einen Namen gemacht, bevor halb Europa wusste, was das ist. Heute kämpft genau diese Stadt darum, ihre unabhängigen Clubs überhaupt offen zu halten. Das nennt man Clubsterben. Gemeint ist das fortlaufende Verschwinden von Clubs und Spielstätten durch steigende Kosten, Verdrängung und zu dünne Margen. Die neuesten Zahlen zeigen, dass es sich verschoben hat: Es entscheidet sich nicht mehr am Tresen, sondern an der Tür.
Warum sterben Clubs?
Clubs sterben, weil ihre Kosten schneller steigen als ihre Einnahmen und weil die Bar, die früher die Nacht bezahlt hat, das nicht mehr auffängt. Wo der Eintritt den größten Teil der Einnahmen trägt, in Berlin inzwischen 59 Prozent, hängt das Überleben eines Clubs daran, ob seine Gäste wiederkommen; genau dort setzt Movent an, die Plattform, mit der unabhängige Veranstalter ihre Gäste kennen und zurückholen.
Dahinter stehen die bekannten Gründe: Mieten, Verdrängung, Lärmkonflikte, Energie- und Personalkosten. Neu ist, wie stark sich das Geschäftsmodell darunter verschoben hat.
Die Zahlen 2026: Die Tür trägt den Club
Die aktuellste Erhebung kommt aus Berlin. Für die Studie „Clubkultur Berlin 2026" hat die Clubcommission im Auftrag der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe Clubs befragt; 102 Befragte füllten den Fragebogen vollständig aus. Das Ergebnis, berichtet von ZDFheute am 07.08.2026 (gelesen 2026-10-28): „Allerdings arbeiten mittlerweile nur noch 61 Prozent der Clubs mindestens kostendeckend." 2017 waren es noch 79 Prozent.
Noch wichtiger ist die zweite Zahl. „Mit 59 Prozent sei der Eintritt mittlerweile die wichtigste Einnahmequelle", so die Clubcommission. 2017 machte der Eintritt lediglich 21 Prozent aus, rund 60 Prozent kamen damals aus Gastronomie und Getränken. Ihr eigener Satz dazu: „Was der Tresen nicht mehr einspielt, muss der Eintritt tragen."
| Clubkultur Berlin (Clubcommission) | 2017 | 2026 (ZDFheute, 07.08.2026) |
|---|---|---|
| Clubs mindestens kostendeckend | 79 % | 61 % |
| Anteil Eintritt an den Einnahmen | 21 % | 59 % |
| Anteil Gastronomie und Getränke | rund 60 % | k. A. |
Quelle: Studie „Clubkultur Berlin 2026", berichtet von ZDFheute, 07.08.2026, gelesen 2026-10-28.
Für Frankfurt gibt es keine vergleichbare Erhebung. Die Berliner Zahlen lassen sich nicht eins zu eins übertragen, aber die Mechanik ist dieselbe: Wenn die Bar einen kleineren Teil der Einnahmen bringt, muss jede Nacht über den Eintritt funktionieren. Ein Club, dessen Gäste nur einmal kommen, muss jede Woche ein neues Publikum einkaufen. Wer Stammgäste hat, muss das nicht.
Frankfurt, einst Techno-Hauptstadt
Wer die Geschichte kennt, versteht, wie viel auf dem Spiel steht. Clubs wie das legendäre Dorian Gray am Flughafen machten Frankfurt in den 80ern und 90ern zu einer Wiege der elektronischen Musik. Hier legten Namen wie Sven Väth, Mark Spoon und Torsten Fenslau auf. Das Dorian Gray schloss Ende 2000, weil die vorgeschriebene Modernisierung des Brandschutzes in den alten Räumen wirtschaftlich nicht mehr zu stemmen war.
Geblieben ist eine Szene, die kleiner, unabhängiger und verletzlicher ist als früher: das industrielle Tanzhaus West, das im benachbarten Offenbach gelegene, für seinen Sound berühmte Robert Johnson, das Tokonoma im Gutleutviertel oder das Elfer in Alt-Sachsenhausen. Wo du diese Häuser findest, steht im Nachtleben-Frankfurt-Guide.
Warum Clubs schließen
Die Gründe wiederholen sich, in Frankfurt wie in Berlin, Hamburg oder Stuttgart:
- Mieten und Gentrifizierung. Werden Viertel aufgewertet, steigen die Mieten, und Vermieter ziehen die zahlungskräftigere Nutzung dem Club vor.
- Energie- und Personalkosten. Die Fixkosten einer Nacht sind gestiegen, der Eintrittspreis lässt sich nicht beliebig nachziehen.
- Lärmkonflikte und Auflagen. Neue Anwohner, neue Beschwerden, neue Sperrzeiten.
- Der Anteil der Bar sinkt. Das ist die Verschiebung, die die Berliner Zahlen zeigen: Was früher am Tresen verdient wurde, muss heute die Tür bringen.
- Dünne Margen. Ein unabhängiger Club trägt das volle Risiko jeder Nacht. Eine schlechte Saison, und es ist vorbei.
Im November: zwei kurze Nächte in Hessen
Ein Kostenfaktor, den Frankfurter Veranstalter jedes Jahr einplanen müssen: Nach § 8 des Hessischen Feiertagsgesetzes sind öffentliche Tanzveranstaltungen am Volkstrauertag und am Totensonntag „von 4 Uhr an" verboten (Gesetzestext, Lexaris, gelesen 2026-10-28). 2026 heißt das:
- Samstag, 14., auf Sonntag, 15. November (Volkstrauertag): Schluss um 4 Uhr.
- Samstag, 21., auf Sonntag, 22. November (Totensonntag): Schluss um 4 Uhr.
Das Verbot gilt ab 4 Uhr für den Feiertag selbst. Auch Tanzveranstaltungen am Sonntag und Afterhours fallen darunter.
Das Gesetz wurde zuletzt am 13. Dezember 2012 geändert. Ein Gesetzentwurf der FDP-Fraktion vom März 2026 würde Gründonnerstag, Karsamstag und Heiligabend freigeben, die Verbote an Volkstrauertag und Totensonntag aber ausdrücklich beibehalten (Drucksache 21/4028, Hessischer Landtag, gelesen 2026-10-28). Ob er beschlossen wird, ist offen. Für diesen November gilt: zwei Wochenenden, an denen der Samstag früher endet und der Sonntag ausfällt. Der Eintritt dieser Nächte zählt deshalb umso mehr.
Was gegen das Clubsterben hilft
Politisch wird seit Jahren darüber gestritten, ob Musikclubs im Baurecht als Kulturorte statt als Vergnügungsstätten gelten sollen. Aber Baurecht zahlt keine Miete. Wenn die Tür den Club trägt, ist die wichtigste Frage einer Nacht: Kommen die Gäste von letzter Woche wieder? Dafür braucht ein Club drei Dinge, die ihm heute oft fehlen:
- Er muss seine Gäste kennen. Wer nur über eine Plattform verkauft, die die Daten behält, weiß nach der Nacht nicht, wer da war. Bei Movent gilt: deine Gästeliste ist deine, exportierbar, mit dir als verantwortlicher Stelle nach DSGVO. Mehr dazu unter Fandaten-Eigentümerschaft.
- Er muss Wiederkehr belohnen. Ein Stammgast ist an der Tür mehr wert als jeder Klick auf eine Anzeige. Wie ein Stammgäste-Programm für Clubs praktisch funktioniert, steht im Beitrag zum Stammgäste-Programm.
- Er darf nicht bei null anfangen. Movent funktioniert mit oder ohne Wechsel des Ticketanbieters. Der Club behält sein Ticketing und legt die Stammgäste-Ebene darüber, siehe Loyalty auf bestehendem Ticketing.
Über Movent wurden 8.902 bezahlte Tickets für unabhängige Veranstalter verkauft (eigene Plattformdaten, Stand 26.10.2026). Wir arbeiten in Frankfurt mit Veranstaltern wie DIE KLEINSTE DISKO DER WELT, weil die Häuser, die das Nachtleben tragen, die kleinen sind.
Was du tun kannst
- Als Fan: Geh in die unabhängigen Clubs, nicht nur zu den großen Namen, und kauf dein Ticket direkt beim Veranstalter. Unabhängige Events findest du hier.
- Als Veranstalter: Behalte deine Gästedaten, bau Wiederkehr auf, und plan die zwei kurzen Novembernächte ein. Sieh dir an, wie Movent funktioniert oder buch einen Termin.
Ob Frankfurt eine lebendige Nacht behält, entscheidet sich heute an jeder Tür, die noch offen ist. Und daran, wer durch sie wiederkommt.
Häufige Fragen
Warum sterben Clubs?
Clubs sterben, weil ihre Kosten schneller steigen als ihre Einnahmen: Miete, Energie, Personal und Auflagen wachsen, während der Anteil der Bar an den Einnahmen sinkt. In Berlin trägt der Eintritt inzwischen 59 Prozent der Einnahmen, also entscheidet die Tür über das Überleben. Movent setzt genau dort an: Clubs kennen ihre Gäste und holen sie zurück.
Wie viele Clubs arbeiten noch kostendeckend?
Laut der Studie Clubkultur Berlin 2026 arbeiten nur noch 61 Prozent der Berliner Clubs mindestens kostendeckend, 2017 waren es noch 79 Prozent. Für Frankfurt gibt es keine vergleichbare Erhebung; die Berliner Zahlen sind der beste verfügbare Anhaltspunkt.
Woher kommt das Geld eines Clubs heute?
In Berlin stammen inzwischen 59 Prozent der Einnahmen aus dem Eintritt, 2017 waren es 21 Prozent – damals kamen rund 60 Prozent aus Gastronomie und Getränken. Der Club lebt also von der Tür, und damit davon, ob Gäste wiederkommen.
Gilt in Frankfurt im November ein Tanzverbot?
Ja. Nach dem Hessischen Feiertagsgesetz sind öffentliche Tanzveranstaltungen am Volkstrauertag und am Totensonntag ab 4 Uhr verboten. 2026 betrifft das die Nächte von Samstag, 14., auf Sonntag, 15. November, und von Samstag, 21., auf Sonntag, 22. November. Das Verbot gilt den ganzen Feiertag, auch für Sonntags-Events und Afterhours.
Was können Veranstalter gegen das Clubsterben tun?
Sie können die Beziehung zu ihren Gästen selbst halten: Gästedaten besitzen, Wiederkehr belohnen und nicht jede Nacht Reichweite neu einkaufen. Movent ist dafür gebaut und funktioniert mit oder ohne Wechsel des Ticketanbieters.
